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Theaterstück „Komm wieder, aber ohne Waffen“

Erstellt von Karin Mohr | |   Gymnasium

Die SchülerInnen der Jahrgangstufe 1 und 2 am BZM freuten sich, am 26. Oktober 2017 russische SchülerInnen des Gymnasiums Nr.1 aus Nischni Novgorod im Theaterstudio 2 begrüßen zu können. In einer 90 minütigen Theatervorstellung präsentierten die russischen Gäste in deutscher und russischer Sprache (mit deutschem Untertitel) ein eindrucksvolles Theaterstück mit dem Titel „Komm wieder, aber ohne Waffen“. Der Titel bezieht sich auf einen Satz, den eine russische ältere Frau 1949 zu einem deutschen Kriegsgefangenen zum Abschied sagte.

Das Stück wurde von Rose Ebding einstudiert, die als Landesprogrammlehrerin in Nischni Novgorod Deutsch unterrichtet, und basiert auf Erinnerungen deutscher Kriegsgefangener an der Ostfront. Sehr eindrücklich und bewegend wurden die Berichte deutscher Soldaten an den Krieg und die Gefangenschaft in der russischen Region Wladimir auf die Bühne gebracht. Das Stück begann mit einer Schweigeminute und handschriftlichen Briefen aus der damaligen Zeit, die von den einzelnen Darstellern vorgelesen wurden. Die Vorbereitung deutscher Soldaten auf die Zeit an der Front sowie die zu dieser Zeit noch recht ausgelassene Stimmung und die Sehnsucht nach Heldenruhm werden in der ersten Szene dargestellt. Daran schließt sich die Verschleppung der halb erfrorenen deutschen Soldaten in Arbeitslager an. Es wird  gezeigt, unter welchen schlimmen Bedingungen die Soldaten im Sumpf ihre Arbeit zur Torfgewinnung verrichten mussten, aber auch, wie in dieser Zeit eine Romanze zwischen dem deutschen Soldaten Alex und der hübschen Russin Schanna entsand. Das Stück endete damit, dass die Verbindung zwischen Schanna und Alex durch seine Heimkehr nach Deutschland getrennt wurde.

Das Stück zeigte allerdings nicht, dass sowohl Schanna, als auch Alex (Wolfgang Morell aus Erlangen) sich im wirklichen Leben im April diesen Jahres bei einem Interview in Russland wiedergetroffen haben. Wolfgang Morell, der inzwischen 95 Jahre alt ist, ließ es sich nicht nehmen, als Zeitzeuge mit an den Bodensee zu kommen und unseren SchülerInnen Rede und Antwort zu stehen. In seiner unverkrampften und offenen Art beantwortete er alle Schülerfragen und beeindruckte alle Anwesenden. Einen ganz herzlichen Dank allen mitwirkenden russichen SchülerInnen sowie deren begleitenden Lehrerinnen Rose Ebding und Marina Kotschinka. Sie alle haben mit diesem einfühlsamen und bewegenden Stück ihren Beitrag zur Völkerverständigung, Frieden und Versöhnung geleistet.

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