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Theaterfahrt nach Zürich

   |   Gymnasium   | Ferhat Cicek

Dürre, Pest und Unfruchtbarkeit drohen Ödipus´ Königreich zu vernichten, und die Stadt fragt: "Wer ist schuld?" - "Du bist schuld!", rufen die Darstellerinnen und zeigen mit dem Finger auf die Schüler/innen im Publikum. Die Beklemmung in den Sitzreihen wird fast greifbar, untermalt von unsicherem Lachen, wenn Ödipus mit sich ringt und den Menschen den Spiegel vorhält. "Dem Zuschauer wird ermöglicht, die kollektive Schuld, ebenso aber die individuelle schmerzlich wahrzunehmen. So wird der Kampf des Ödipus zu einem Kampf jedes einzelnen im Saal", berichtet ein Schüler nach dem Theaterbesuch.

Gemeinsam mit Herrn Dorn und Frau Mohr besuchten 44 junge Kulturinteressierte des BZM Gymnasiums am 9. November 2022 das Schauspielhaus Zürich. Sie nahmen eine lange Reise auf sich, um die Inszenierung des "Ödipus Tyrann" von Nicolas Stemann anschauen zu können. Das Stück stammt vom griechischen Dichter Sophokles und wurde bereits vor 2500 Jahren uraufgeführt. Dennoch gelingt es auch heute noch immer wieder etwas Neues daraus entstehen zu lassen.

Die Umsetzung Stehmanns sticht durch ihren Minimalismus hervor. Das Bühnenbild ist reduziert auf eine graue stählerne Wand, welche gelegentlich hochgefahren wird. Künstlicher Nebel sowie Lichteffekte ergänzen das Gesamtbild. Ebenso sind die Figuren auf wenige Darstellende verdichtet. Alleine die schwarz eingekleideten Schauspielerinnen Patrycia Ziólkowska und Alicia Aumüller werden zu Trägerinnen des gesamten Stücks. Die Schüler/innen loben, dass die extreme Beschränkung der Requisiten und Kostüme, sowie das minimalistische Bühnenbild, dazu führen, dass man als Zuhörer ganz auf sich und die Stimmen der Schauspielerinnen fixiert sein kann.

War im Vorfeld der Inszenierung schon ein großes Kribbeln bei allen zu spüren, so entlud sich dies im Nachklang der Aufführung auf der Heimfahrt in wunderbar erregten Gesprächen. Lässt sich die Suche nach den Schuldigen für die epochale Krise in Theben etwa auch auf aktuelle Entwicklungen, wie den Klimawandel adaptieren? In jedem Fall haben sie die Eindrücke geprägt und ihre Lust nach mehr geweckt. Als Fazit steht für die Schüler/innen fest: "Das Theaterstück lässt das Publikum erschüttert, nachdenklich und selbstkritisch zurück".

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